Konflikte lösen, erfordert Geschick.
Die Ziele, Wertvorstellungen und Bedürfnisse der verschiedenen Gruppen und Einzelpersonen können nicht immer deckungsgleich sein. Konflikte sind unvermeidlich. Meinungsverschiedenheiten sollen auf gar keinen Fall unterdrückt werden. Nur wenn sie ans Tageslicht treten, können Konflikte gelöst werden.
Kreativer Konflikt
Von einem kreativen Konflikt spricht man, wenn verschiedene Standpunkte zu neuen Ideen, Einsichten, Zugängen und Lösungen führen. Allerdings muss diese Neubewertung auf einem objektiven und rationalen Austausch von Informationen und Ideen basieren. Ein Konflikt wird kontraproduktiv, wenn er auf persönlichen Auseinandersetzungen beruht oder als ein ungehöriges Durcheinander betrachtet wird, das in aller Eile beseitigt werden muss.
Konflikte in Gruppen
Es gibt grundsätzlich drei Methoden für die Lösung von Konflikten in Gruppen:
- Friedliche Koexistenz:
Die Betroffenen lernen, wie sie miteinander leben können. Information, Kontakt und Meinungsaustausch finden in ausreichendem Maß statt. Dieses Ideal ist aber im Normalfall nicht praktikabel. Die oberflächlich behandelten Konflikte brechen später wieder auf.
- Kompromiss
Die Auseinandersetzung wird durch Verhandlungen oder einen Handel beigelegt, so dass keine Partei gewinnt oder verliert.
- Lösung des Problems
Es wird ein Versuch unternommen, eine wirkliche Lösung für das Problem zu finden, anstatt die Gegensätzlichkeit der Standpunkte einfach hinzunehmen. Zuerst wird das Problem festgestellt, dann Lösungsvorschläge entgegengenommen und zuletzt Maßnahmen und Methoden zur Umsetzung besprochen.
Konflikte zwischen Einzelpersonen
Konflikte zwischen Einzelpersonen sind noch schwieriger zu lösen als zwischen Gruppen. Sie sind aber eine Organisationsrealität, die weder als gut noch als schlecht zu bezeichnen ist. Konflikte können destruktiv sein, sie können aber auch eine positive Wirkung haben. Probleme entstehen meist dann, wenn eine künstliche Unterdrückung stattfindet.
- Eine Lösungsmöglichkeit ist, dass sich eine Partei zurückzieht und der anderen das Feld überlässt. In dieser Konstellation gibt es einen klassischen "Gewinner" und einen "Verlierer". Der Konflikt ist verdrängt, aber nicht beigelegt.
- Eine andere Möglichkeit ist, die Gegensätze zu glätten und so zu tun, als sei der Konflikt beigelegt, obwohl kein Versuch unternommen wurde, zu den Wurzel des Problems vorzudringen.
- Wieder ein anderer Ansatz ist der Kompromiss. Die Parteien müssen in verschiedenen Punkten nachgeben und suchen eine akzeptable Lösung.
- Die konstruktive Konfrontation
Die anstrebenswerteste Lösung eines Konfliktes ist die konstruktive Konfrontation, eine Methode, um die Konfliktparteien zusammenzubringen, wobei nach Möglichkeit eine dritte Person einbezogen werden sollte, deren Aufgabe es ist, ein konstruktives und kooperatives Klima zu schaffen.
Zweck der konstruktiven Konfrontation ist es, die beteiligten Parteien dazu zu bewegen, die Auffassung und die Gefühle der Gegenpartei zu verstehen. Es geht darum, gegenseitiges Verständnis zu entwickeln, um eine für beide Seiten akzeptable Situation zu schaffen.
Der Vermittler muss beobachten, wie die negativen Gefühle geäußert werden, und die Konfliktparteien ermutigen, das Problem und seine Ursachen neu zu definieren und eine neue Motivation zu finden, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.
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